Sonderausstellung
Johann Walter-Kurau, Selbstbildnis (Öl/Leinwand, ca. 1930), Sammlung Pēteris Šmidre

Zwischen Lettland und Deutschland. Der baltische Künstler Johann Walter-Kurau

3.7.2021 – 24.10.2021

“Die malerische Freude an der Natur selbst beginnt erst, sobald das Auge hinter den Gegenständen den melodischen Aufbau der Farben und die feinen Zusammenhänge in der Architektur der Formen zu sehen beginnt,” – so schrieb der baltische Maler Johann Walter alias Walter-Kurau (1869 Jelgava/Mitau – 1932 Berlin), der in seiner lettischen Heimat unter dem Namen Johans (Jānis) Valters bekannt ist.

Nach seinem Studium an der St. Petersburger Kaiserlichen Akademie der Künste war Walter 1898 bis 1906 in seiner Heimatstadt Jelgava/Mitau tätig, wo sein Schaffen um 1900 sich in einer Wechselwirkung zwischen Impressionismus, Jugendstil und einer neoromantischen Stimmungskunst entwickelte. Er gilt als einer der Begründer der modernen lettischen Malerei, in der er durch die Verbindung seines malerischen Talents mit einer ausgeprägten musikalischen Begabung eine Sonderstellung einnahm.

Als er 1906 nach Deutschland übersiedelte, nahm er den Künstlernamen Walter-Kurau an. Er entfaltete dort eine breite Lehrtätigkeit und sammelte schöpferische Eindrücke auf vielen Malreisen. Seine Dresdener Schaffenszeit (1906-16) ist von einem spätimpressionistischen Stil geprägt, während er für die Berliner Periode (1916/17–1932) das Streben nach “weitestgehender Abstraktion bei strengstem Studium” der Natur als Leitmotiv seiner malerischen Weiterentwicklung wählte. Die späte Schaffensphase zeigt stark verarbeitete Anklänge an die Malerei Paul Cézannes, deutscher Expressionisten sowie französischer Fauvisten und Kubisten.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Botschaft der Republik Lettland im Rahmen des Jubiläums “Hundert Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Lettland und Deutschland” präsentiert. Die gezeigten Arbeiten entstammen der Privatsammlung Pēteris Šmidre. Sie geben einen reichen Einblick in den in Deutschland entstandenen Teil des Walterschen Werkes. Kuratiert wurde die Ausstellung durch die Kunsthistorikerin Dr. Kristiāna Ābele von der Lettischen Kunstakademie in Riga.