Die "Architektur der Erkenntnis" in der neuen Kant-Ausstellung

Kantmuseum

Seit März 2026 präsentiert das Ostpreußische Landesmuseum die erste und einzige Dauerausstellung in der Bundesrepublik Deutschland zu Immanuel Kant - den bedeutendsten deutschen Aufklärer und bekanntesten Ostpreußen. Auf ca. 600 qm wird Ihnen das Leben des Königsberger Philosophen, v.a. aber auch seine Ideen und ihre Relevanz für die Gegenwart näher gebracht.

„Eine der größten geistigen Revolutionen, die es je gegeben hat in der Geschichte unserer Gattung. Das war Kant“, sagt der Schriftsteller Daniel Kehlmann. Ein "Alleszermalmer" war der Königsberger Philosoph für den jüdischen Aufklärer Moses Mendelssohn. Kant steht für eine Revolution des Denkens, für die "kopernikanische Wende" in der Philosophie, für universelle Menschenwürde, für Moral und Ethik (Kategorischer Imperativ), für die Grenzen der Erkenntnis, für Völkerbund und Demokratie, für die Pflicht jedes Menschen, vernünftig und moralisch zu handeln und sich dafür "zu kultivieren und zu zivilisieren." Einige nennen ihn aber auch einen Rassisten, Antisemiten und Frauenfeind. Wer war dieser Mann? Und welche seiner Ideen sind heute noch relevant? Die Ausstellung liefert Antworten.

Das Museum verfügt seit 2016 dank der Zusammenführung von Eigenbeständen und der Dauerleihgabe des ehemaligen Museums Stadt Königsberg (Duisburg) über die größte erhaltene Kant-Sammlung. Einzigartige Objekte stellen in einer einprägsamen Inszenierung den Menschen Immanuel Kant vor. War er wirklich so pedantisch mit durchgetaktetem Tagesablauf, dass angeblich die Königsberger ihre Uhren nach ihm stellen konnten? Wie passt das Bild eines zurückgezogenen Denkers zu den Überlieferungen eines geselligen, witzigen Gesellschafters und gefürchteten Billard-Champions?

Kant hat seine Heimatstadt Königsberg nur für wenige Jahre, Ostpreußen selbst nie verlassen. Was war das für eine Stadt, ganz im Osten Preußens am Pregel gelegen, die Kant "für einen schicklichen Platz zur Erweiterung der Menschenkenntnis" erachtete und deshalb alle fremden Angebote ausschlug? Das alte Königsberg ist 1945 untergegangen. Wenig erinnert im heute russischen Kaliningrad an früher. In der Ausstellung wird durch eine aufwändige Rekonstruktion das historische Königsberg der Kantischen Zeit dank virtueller Realität erlebbar - hochaufgelöst und in 3D.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht jedoch das Denken Kants und seine Bedeutung für unsere heutige Welt. Die Ausstellung macht den Philosophen Kant einem breiteren Publikum zugänglich. Inszenierungen und interaktive Stationen schaffen einen direkten Zugang zu seiner Philosophie und animieren ganz nach dem Kantischen Motto zum „Selberdenken". Das Ostpreußische Landesmuseum wird so zum zentralen Erinnerungsort für Immanuel Kant in Deutschland.

Kant forderte: "Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen" und der "selbstverschuldeten Unmündigkeit" zu entfliehen. Was heißt das aber und wie kann das gehen? Mehr dazu in der Lüneburger Ausstellung, die Anregungen zum Selberdenken in einer immer komplexer werdenden Welt geben möchte.


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