Lesung und Gespräch mit Dr. Andreas Kossert
Moderation Ulla Lachauer
Eintritt 8 €
In seinem bislang persönlichsten Buch folgt Historiker und Bestsellerautor Andreas Kossert den Spuren seiner Großmutter Elsa ins polnische Lodz – in eine Stadt, die für seine deutschen Vorfahren einst das „Gelobte Land“ war. Kossert erzählt die Geschichte seiner Familie vom Aufbruch der Kolonisten im 18. Jahrhundert über den rasanten Aufstieg zur Textilmetropole bis zu Elsas Alltag unter deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg, geprägt von Terror und Vernichtung. Nach Kriegsende erlebte sie Vertreibung, Lagerhaft und am Ende den Verlust ihrer Heimat.
Am Beispiel seiner Großmutter zeichnet er ein intimes Familienporträt, und wie nebenbei entsteht vor unseren Augen ein umfassendes Panorama der Geschichte Mitteleuropas, erzählt mit spürbarer Kraft und Sensibilität. Elsas Leben zwischen Hoffnung und Verlust jenseits nationaler Eindeutigkeiten steht beispielhaft für das europäische Drama von Nationalismus, Krieg und Vertreibung – und könnte damit kaum aktueller sein.
Andreas Kossert, geboren 1970, studierte Geschichte, Slawistik und Politik. Der promovierte Historiker arbeitete am Deutschen Historischen Institut in Warschau und lebt seit 2010 als Historiker und Autor in Berlin. Mit seinen historischen Darstellungen Masurens (2001) und Ostpreußens (2005) wurde er einem breiten Publikum bekannt.
Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen der Bestseller „Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945“ (2008), „Ostpreußen. Geschichte einer historischen Landschaft“ (2014) sowie „Flucht. Eine Menschheitsgeschichte“ (2020). Für seine Arbeiten erhielt er unter anderem den Georg Dehio-Buchpreis (2008), den NDR Kultur Sachbuchpreis (2020) und den Preis „Das politische Buch“ der Friedrich-Ebert-Stiftung (2021).
Die Lesung wird moderiert von der Autorin und Journalistin Ulla Lachauer.
Anmeldung erforderlich unter 04131 759950 oder