Eingeschneite Plastik an der Hirschbrücke in Rominten (1939-40) © Dr. Otto Steinfatt

Museum erleben - Winter in Ostpreußen

15.12.2020 – 14.30 Uhr

mit Dr. Christoph Hinkelmann, Kurator für die naturkundlichen Bereiche

1,50 € zzgl. Eintritt
Coronabedingt wurde der Eintritt für Museum erleben reduziert, da momentan kein Kaffee und Gebäck ausgegeben werden können.

Der Winter in Ostpreußen war lang und schneereich. Er zwang die Menschen in der Landwirtschaft zu einer Ruhepause, die sie für viele andere Arbeiten, für gesellschaftliche, traditionelle und besinnliche Zusammenkünfte nutzten. Der Winter war die Zeit des Holzeinschlags, des Eissegelns und zahlreicher Bräuche, die sich bis ins 20. Jahrhundert erhalten haben.

Die Menschen passten sich dem Rhythmus der Natur an und nutzten die Vorteile des Winters auf ihre Weise. Die vereisten Wasserflächen ermöglichten die Klapper- oder Eisfischerei, im 20. Jahrhundert wurden Eishockey und Eissegeln beliebt. Nehrungsfischer nutzten die Zeit, um ihre kunstvollen Bootswimpel zu schnitzen. In der Landwirtschaft kehrte Ruhe ein, im Wald wurde Holz eingeschlagen. Der Winter war die Zeit großer Gesellschaftsjagden und rauschender Feste. Traditionelles, z.T. aus prußischer Zeit stammendes Brauchtum wurde mit christlichen Elementen vermischt und auf dem Land gepflegt. Beliebt-berüchtigt war z.B. der Schimmelreiterzug in den „Twelvten“, den heiligen 12 Tagen um das Weihnachtsfest.

Museum erleben ist unsere Veranstaltungsreihe, die Sie einlädt, das Ostpreußische Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung auf besondere Weise zu entdecken. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat, nachmittags ab 14.30 Uhr, können Sie an interessanten Ausstellungsrundgängen, Vorträgen, Filmen und weiteren besonderen Angeboten teilnehmen. Anschließend gibt es bei Kaffee und Gebäck ein gemütliches Beisammen und die Möglichkeit, sich über das Erlebte auszutauschen.

Eine vorherige Anmeldung unter +49 (0)4131 759 950 oder Enable JavaScript to view protected content. ist aufgrund der begrenzten Platzzahl und der Coronapandemie erforderlich.